MALEN & ZEICHNEN

Bild Schritt für Schritt nachmalen: Am Nordstrand

Wer denkt bei diesem Bild nicht an einen Urlaub am Meer? Beim Malen kommen Wind, Sonne und Meer zu dir nach Hause.

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Dünen und Meer an der Nordsee – so malst du es nach!© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

Welche unterschiedlichen Wolkenformationen gibt es? Wie kommt das Licht in den Himmel? Welche Farben lassen den Himmel leuchten? Die Aquarellmalerin Kristina Jurick nimmt dich mit auf eine himmlische Reise zu den Finessen der Aquarelltechniken – und sorgt für wolkensanfte Landungen.

Eine Anleitung aus „Mein Atelier Aquarellmalerei - Himmel & Wolken. Stimmungsvolle Bilder Step by Step malen“ von Kristina Jurickhier geht’s zum Buch.

Das brauchst du für dein Kunstwerk

  • Aquarellpapier Arches Grobkorn, 300 g/m2
  • Aquarellfarben in Chinacridongold, Alizarin-Karmesin, Französisch Ultramarin
  • Pinsel
  • Malspachtel
  • Papiertücher

So malst du das Bild richtig nach

1. Schritt – Skizze

Überlege dir in deiner Tonwertskizze, wie groß die Wolken in etwa werden und in welche Richtung sie ziehen sollen. Ist der Himmel am Horizont hell, sollte das Meer in einem dunkleren Tonwert geplant werden. Auf der Düne sollte Licht liegen, damit auch diese sich vom Himmel abhebt. Die Gräser dürfen wiederum dunkler werden.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

2. Schritt – Gelb im Hintergrund

Lege mit Chinacridongold eine gleichmäßige Lasur an. Du kannst natürlich auch ein anderes Gelb verwenden. Es darf nicht zu viel Wasser auf dem Papier sein, aber auch nicht zu wenig. Wenn Streifen entstehen, arbeitest du zu trocken. Läuft die Farbe weg, hast du zu viel Wasser im Pinsel. Am besten stellst du dein Bild etwas aufrecht, sodass überschüssige Flüssigkeit nach unten abläuft. Lege eventuell ein altes Handtuch unter.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

3. Schritt – Alizarin-Karmesin im Hintergrund

Auf dem feuchten Papier geht es sogleich weiter mit einer lasierenden Schicht Alizarin-Karmesin, die du gleichmäßig über die gesamte Fläche legst. Auch hier kannst du ein anderes Rot verwenden. Es braucht ein bisschen Gefühl dafür, um die Farbe nicht zu trocken und nicht zu nass anzumischen. Du möchtest ja, dass das Pigment auf dem Blatt bleibt und nicht nur herabläuft. Lasse überschüssiges Wasser wieder ablaufen.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

4. Schritt – Blau im Hintergrund

Immer noch auf feuchtem Papier geht es weiter mit Blau, in diesem Fall Französisch Ultramarin. Auch hier könntest du dein eigenes Blau wählen. Allerdings zieht z. B. Preußischblau mehr in das Papier ein und lässt sich bei den nächsten Schritten nicht so leicht ablösen. Gefällt dir der Himmel so wie er ist, dann gehe zu Schritt 5 über. Wenn nicht, dann kannst du, so oft du willst, Schichten übereinanderlegen, bis du mit der Farbstimmung zufrieden bist. Ein gutes Papier ist geduldig!

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

5. Schritt – Wolken gestalten

Nimm ein weiches, sauberes Papiertuch und tupfe die Wolken aus dem Himmel. Drücke nicht zu fest auf, denn das Papier ist sehr verletzbar, wenn es so feucht ist. Wische die Helligkeit am Strand und die helle Düne vorsichtig heraus. Läuft die Farbe zurück in die abgetupften Bereiche, dann ist alles noch zu feucht und du musst noch ein paar Minuten warten. Sei vorsichtig und nimm nicht zu viel Farbe weg. Die Farbe im Vordergrund ist wichtig für die Farbharmonie im Bild.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

6. Schritt – Wolken schattieren

Wenn das Papier getrocknet ist, lege die Schatten unter die Wolken. Unten sollen diese eine harte Kante haben, aber nach oben hin lässt du sie mit etwas klarem Wasser weich auslaufen. Das Grau ist eine Mischung der drei Grundfarben. Du kannst die Wolkenunterseite etwas rötlicher anlegen, dann entsteht eine Abendstimmung. Vielleicht sind deine getupften Wolken auch so schön geworden, dass sie gar keinen Schatten mehr brauchen. Behalte immer auch im Auge, was dir dein Bild sagt.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

7. Schritt – Grashalme gestalten

Bleibe bei dem Drei-Farben-Gemisch. Gib für die Farbe der Gräser jeweils immer etwas mehr Gelb, Rot oder Blau in die Grundmischung, um die Farbe leicht zu variieren. So bleibt die Farbharmonie im Bild weiterhin erhalten. Die Versuchung ist groß, ein fertiges Grün dafür zu verwenden, es würde sich aber nicht so gut einfügen. Kratze nun aus den noch feuchten Grasbüscheln mit der Malspachtel ein paar helle Grashalme heraus. Die Richtung, in die sich die Gräser neigen, entspricht der Richtung, aus die der Wind weht.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

8. Schritt – Meer gestalten

Das Meer wird mit einem größeren Anteil Blau in der Mischung gemalt. Ziehe den eher trockenen Pinsel parallel über das Papier, um mit der dadurch entstehenden Struktur kleine Wellen anzudeuten. Das Meer läuft durch die Perspektive nach hinten, bzw. nach rechts, schmal zu und verschwindet hinter der Düne. Falls deine Figur dunkle Kleidung trägt, kannst du das Meer „durchziehen“, ohne die Person auszusparen.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

9. Schritt – Details im Vordergrund

Im Detail erkennt man die Körnung des Papiers, die vorteilhaft ist, wenn man die Gischt im Meer andeutet. Am Horizont hat das Meer eine harte Kante und nach vorne zum Strand läuft es mit einem fließenden Übergang aus. Der Spaziergänger gibt dem Ganzen ein Größenverhältnis, denn jeder weiß, wie groß in etwa ein Mensch ist und stellt alles andere dazu in Bezug.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

Fertiges Bild

Wenn du lieber einen einsamen Strand malen möchtest, lasse den Spaziergänger weg. Die Figur gibt dem Betrachter allerdings eine Vorstellung von der Größe des Strand-Ausschnittes, dem Himmel und der Weite. Ein paar Möwen und Zaunpfosten auf der Düne beleben die Strandszene noch etwas.

Sicher hat dein Bild seine ganz eigene Stimmung bekommen, denn es ist unmöglich, besonders bei dieser Technik, ein Aquarell genau nachzumalen. Solltest du Lust haben, diese Art Himmel noch einmal mit den gleichen Farben zu malen, ändere die Form der Wolken oder den Vordergrund.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag

Tipp für mehr Abwechslung

Probiere diese Übung mit einer anderen Kombination von Gelb-, Rot- und Blautönen aus. Anstatt die drei Grundfarben immer über das ganze Papier zu legen, kann man es auch nur in Teilbereichen anlegen. Die Möglichkeiten sind unendlich.

Eine Anleitung aus unserem Buch „Mein Atelier Aquarellmalerei - Himmel & Wolken.Stimmungsvolle Bilder Step by Step malen“.

Himmel und Wolken sind ein Standardsujet der Aquarellmalerei. Doch wie so oft liegt auch hier die Kür im Detail. Welche unterschiedlichen Wolkenformationen gibt es? Wie fließt der Regen förmlich aufs Papier? Wie kommt das Licht in den Himmel? Welche Farben lassen den Abendhimmel leuchten? Die Aquarellmalerin Kristina Jurick nimmt ihre Leser mit auf eine himmlische Reise zu den Finessen der Aquarelltechniken – und sorgt für wolkensanfte Landungen.

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© Kristina Jurick / Christophorus-Verlag
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